Wie Berliner Verkehrsplaner bei Baustellen versagen

Man ist ja in Berlin einiges gewöhnt, aber bei Baustellen kommen selbst hartgesottene Radfahrende manchmal ins grübeln. So auch derzeit an der Danziger Straße, wo eine nicht näher identifizierbare Behörde oder Firma die bisherige Wegführung für den westwärts fahrenden und in die Greifswalder abbiegenden Radverkehr kurzerhand umgeleitet hat.
Das sieht dann so aus:

Zuerst wird man über eine kleine Gummirampe* auf den Bürgersteig geleitet. Diese ist so gelegt, dass viele Radfahrende Gefahr laufen am Bordstein hängen zu bleiben oder in einen Stahlpoller zu fahren:

Dann muss man zum queren der Danziger scharf links in die Kreuzung abbiegen und teilt sich dabei den Übergang mit dem Fussverkehr, der entsprechend amüsiert ist. Das der von gelb-gestrichelten Linien für den Radverkehr vorgesehen ist, ist den meisten Querenden nicht klar.:

An der Haltestelle für die M10 werden Radfahrende sinnigerweise direkt dort entlanggeleitet, wo Menschen zur Tram laufen oder von ihr kommen:

Wenige Meter weiter dürfen sich Radfahrende wieder auf den Gehweg begeben und kommen dort nochmal dem Fussverkehr in die Quere:

Und schliesslich hat man den gleichen Spaß beim kreuzen der Greifswalder, inklusive einer heranbrausenden Tram, die - im Gegensatz zu den Ampeln für KFZ-Verkehr - die Querung der gesamten Straße manchmal unmöglich macht und somit eine erhebliche Gefahr für unachtsame Radfahrende und Zufussgehende darstellt.

Die Umleitung ist lediglich durch gelbe Fahrspurmarkierungen und Fahrrad-Symbolen auf den Ampeln, die sonst nur für den Fussverkehr ausgeleuchtet sind, markiert. Auf der gesamten Strecke ist keinerlei Straßenschild*, das die Umleitung für Radfahrende deutlich macht. Noch ist auf der Strecke ein Baustellenschild, dass die Art der Baumassnahme, ihre Dauer, den Bauträger oder eine Kontaktperson anzeigt.
Experten werden wissen, ob diese Art von Streckenführung überhaupt legal ist. Wer auch immer sie angeordnet hat, gibt sich jedenfalls nicht zu erkennen. Sonst wäre ja eine Person womöglich für dieses gefährliche Chaos verantwortlich.
*Update 22.2.2025
Die kleine Gummirampe ist inzwischen Weg. Wer also jetzt der gelben Markierung folgt und von der Fahrbahn auf den Gehweg fährt muss den Bordstein möglichst frontal anfahren sonst läuft man Gefahr zu stürzen. Wie real diese Gefahr ist sieht man an dem tödlichen Unfall dieses Jahr in Heinersdorf.
Hier die derzeitige Situation:

Und ein Bild der Bordsteinhöhe:

Dafür gibt es jetzt ein Schild, das die Umleitung für Radfahrende an der Kreuzung zeigt:
